Kunstwelt & Inspiration
Interview mit der Künstlerin und Ärztin Barbora Šebeš
1. Barbora, wie erinnern Sie sich an Ihre Anfänge mit der Kunst?
Ich weiß noch, wie fasziniert ich schon in frühester Kindheit vom Zeichnen war. Meine Eltern waren davon nicht gerade begeistert, besonders wenn meine künstlerischen Versuche an den Wänden unseres Wohnzimmers landeten. Dennoch gelang es mir, einige Zeichnungen in alten Büchern zu bewahren, was mich immer dazu ermutigte, weiterzumachen. In meiner frühen Kindheit zeichnete ich hauptsächlich Prinzessinnen, was für viele Mädchen typisch war. Nach und nach ging ich jedoch zu Tierzeichnungen aus Enzyklopädien über, was es mir ermöglichte, mich zu verbessern und neue Techniken zu erlernen. Auch heute noch zeichne ich gerne mit Stiften, besonders mit Faber Castell, die meine Favoriten sind.

2. Schon im Kindergarten haben Sie einen Kunstkurs besucht. Wie hat das Ihr Schaffen beeinflusst?
Der Kunstkurs war für mich ein riesiger Impuls. Ich war begeistert, dass ich Zeit mit Zeichnen verbringen konnte, ohne Angst haben zu müssen, zu Hause etwas kaputt zu machen. Später machte ich in einem Freizeitzentrum weiter, wo ich mich kreativ richtig austoben konnte. Es war die Zeit, in der ich die Freude an der Kunst entdeckte und verstand, dass dies etwas ist, das ich mein ganzes Leben lang tun möchte.

3. Während Ihres Studiums am bilingualen Gymnasium und später in der Medizin hatten Sie eine Pause von der Kunst. Wie sind Sie dazu zurückgekehrt?
Ja, während des Gymnasiums und des sechsjährigen Medizinstudiums hatte ich nicht so viel Zeit für die Kunst. Ich erlangte den Titel MUDr. und begann als Pathologin zu arbeiten. Diese Arbeit ermöglichte es mir, die Schönheit in den mikroskopischen Strukturen von Organen zu sehen, was mich dazu inspirierte, zur Kunst zurückzukehren. Zuerst fing ich an zu zeichnen, später auch zu malen.

4. Welche Techniken und Materialien verwenden Sie in Ihrer Arbeit am liebsten?
Da ich aufgrund meiner Arbeit und Familie nur begrenzt Zeit habe, habe ich Acrylfarben sehr schätzen gelernt. Ihre Sättigung, das schnelle Trocknen und die gute Mischbarkeit sind genau das, was ich brauche. Am häufigsten verwende ich Farben von Amsterdam und Euforia von Artmie. Ich male hauptsächlich auf professionellen Baumwollleinwänden, würde aber gerne auch Leinen ausprobieren. In meine Gemälde integriere ich oft Strukturpaste, mit der ich 3D-Blumen und verschiedene Strukturen forme.
5. Was hilft Ihnen bei der Arbeit am meisten?
Ich experimentiere gerne mit verschiedenen Materialien und Techniken. Wenn mich ein „Tinkerbell“-Moment packt, wie ich es selbst nenne, nehme ich auch Blattgold zur Hand. Mein Mann Jaroslav ist zwar nicht begeistert, wenn er Goldstückchen in seinem Abendessen findet, aber am Ende überlebt er es immer, da auch er künstlerisch veranlagt ist.

6. Was sind Ihre Zukunftspläne in der Kunst?
In den letzten Wochen erzähle ich ständig davon, wie ich mystische Natur und Tiere mit Ölfarben malen möchte. Diese Technik fasziniert mich schon lange, und obwohl sie zeitaufwendig ist, glaube ich, dass mir das gelingen wird.
Vielen Dank für das Gespräch, Barbora. Wir wünschen dir viel Erfolg für deine künstlerische und medizinische Laufbahn!
Vielen herzlichen Dank, es war mir ein Vergnügen!
Wenn du Barbaras Arbeit verfolgen möchtest, findest du sie auf Instagram unter @b_pathological oder auf ihrer Website www.bpathological.com. Neben ihrer Kunst räumt sie dort auch mit medizinischen Mythen auf und gibt praktische Tipps zur Vorbeugung verschiedener Krankheiten.
Artmie