Kunstwelt & Inspiration
Die Geheimnisse von Andy Warhols Schaffen
Dank moderner Technologien genießen wir heute viele Vorteile.
Was früher ein sehr aufwendiger Prozess war, wird heute durch verschiedene Mechanismen vereinfacht. Eine dieser Techniken aus der Vergangenheit ist das Erstellen von Kopien oder verschiedenen Kunstdrucken. Das Schwierigste am heutigen Kopieren ist wahrscheinlich nur, eine Taste zu drücken und darauf zu warten, dass der Drucker warm wird.
Menschen in der Vergangenheit hatten solche Annehmlichkeiten jedoch nicht. Sie nutzten manuelle Methoden, um Drucke anzufertigen – vor allem eine Technik, die als Siebdruck bekannt ist.

Was ist Siebdruck?
Die älteste erkennbare Form des Siebdrucks entstand vor über 1000 Jahren in China während der Song-Dynastie.
Der Prozess entwickelte sich langsam bis hin zur Verwendung eines feinen Gewebes, das über einen Rahmen gespannt wurde. Das Gewebesieb bestand manchmal aus Seide, was zum englischen Namen der Technik führte: "silk screen printing" (Seide – engl. silk).
Seit seiner Entstehung hat sich die Technologie kaum verändert: Künstler übertragen ihre Kunstwerke, indem sie Druckfarbe oder Farbe mit einem Rakel durch das Sieb auf verschiedene Oberflächen wie Papier, Stoff und sogar Holz pressen. Auf Holz wird jeweils eine Farbe gedruckt, weshalb für die Erstellung eines mehrfarbigen Bildes mehrere "Siebe" verwendet werden müssen.

Wir haben nach Möglichkeiten gesucht, welche Arten von Farben man neben den speziell dafür vorgesehenen für den Siebdruck verwenden kann.
Einige Künstler empfehlen auch dünnere Acrylfarben, denen ein paar Tropfen Acryl-Trocknungsverzögerer beigemischt werden. Dies ist notwendig, da Acrylfarben zu schnell trocknen, um die gewünschte Anzahl an Kopien anfertigen zu können. Man kann also auch Druckfarbe oder Linoldruckfarbe verwenden.
Grundvoraussetzung ist, dass die verwendete Farbe wasserlöslich ist. Es ist zudem ratsam, eine Sprühflasche mit Wasser bereitzuhalten, die Sie während des Arbeitsprozesses sicher zu schätzen wissen werden. Dies sind Empfehlungen zeitgenössischer Künstler – werfen wir nun noch einen Blick auf die Entstehungsgeschichte dieser modernen Technik.

In den 1960er Jahren popularisierten amerikanische Künstler wie Roy Lichtenstein und Andy Warhol diese Technik, indem sie sie zur massenhaften Erstellung von Grafiken in leuchtenden Farben einsetzten. Ihre Kunst markierte den Beginn der Pop-Art-Bewegung und im Grunde das Ende des abstrakten Expressionismus. Seit der Ära der Pop-Art nutzen zeitgenössische Künstler den Siebdruck weiterhin als Medium, um inspirierende Kunstwerke zu schaffen.
Andy Warhol
Der wohl berühmteste Künstler der Geschichte, der Pop-Art-Künstler Andy Warhol, verwendete diese Technik erstmals in den sechziger Jahren. Warhol ist dafür bekannt, dass er Fotovorlagen von Porträts berühmter Persönlichkeiten erstellte und diese mithilfe des Siebdrucks unter Verwendung leuchtender und kontrastreicher Farben von der „Silberleinwand“ auf Papier übertrug.

Eine seiner ersten und bekanntesten Serien war sein Marilyn-Monroe-Druck, der auf einem Foto aus dem Film „Niagara“ basierte. Genau dies weckte in dem Künstler den Wunsch, Wiederholungen desselben Bildes zu schaffen – sei es eine Persönlichkeit oder ein alltäglicher Gegenstand. Gewöhnliche Objekte wie die Campbell-Suppendose erlangten erst durch Warhols Siebdruck weltweiten Ruhm. Wie Warhol einmal sagte: „Ist das Leben nicht nur eine Serie von Bildern, die sich durch Wiederholung verändern?“
Ich hoffe, dass ich Ihnen diese außergewöhnliche Technik ein wenig näherbringen konnte und dass Sie sich für Andys Arbeit begeistern konnten.
Mit freundlichen Grüßen, Ihre Freundin Sabína.